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Keine authentische Corporate Identity, ohne Identifikation der Mitarbeiter – Interview mit unserem ECC-Club-Mitglied philla BrandXitement

Autorin: Melanie Günther | Datum:
Julia Greven, philla BrandXitement

Julia Greven, philla BrandXitement; © privat

Im Rahmen unserer Reihe „ECC-Club-Mitglieder im Gespräch“ stand uns unser ECC-Club-Mitglied philla BrandXitement für ein Interview zur Verfügung. Wir haben mit Julia Greven über die zunehmende Notwendigkeit einer starken Arbeitgebermarke gesprochen und welche Konsequenz dies für die Corporate Identity mit sich bringt.

Frau Greven, der Begriff Employer Branding wurde in wenigen Jahren vom Nischenthema zur CEO-Aufgabe: Was genau versteht man unter Employer Branding?

Es geht darum ein stärkeres Bewusstsein für sein Unternehmen als eigene Persönlichkeit zu entwickeln und strategischer zu agieren. Also nicht nur Produktmarketing zu betreiben, sondern sich als Arbeitgebermarke zu verstehen.

So reicht es schon lange nicht mehr aus, nur eine „Personalverwaltung“ zu haben, welche mehr oder weniger Formalitäten erledigt, Personalakten führt oder Bewerberprozesse betreut. Ein Employer Brand Manager positioniert die Arbeitgebermarke, entwickelt Leitbilder, nimmt Einfluss auf die Kommunikationskanäle und die Gestaltung der Personalmarketinginstrumente wie Mitarbeiterbewertungsportale und Job-Plattformen, separate B2E (Business to Employer), Social-Media-Kanäle, Job-Messen, Mitarbeiter-Events etc. Er arbeitet eng mit dem Brand Management, Marketing und HR zusammen. Ziel ist es Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und zu motivieren. Hierfür braucht es eine gute Verbindung von Unternehmenskultur, Markenwerten und Kommunikation.

Warum ist der Aufbau einer "Arbeitgebermarke" heute wichtiger denn je?

Jeder Mitarbeiter ist prinzipiell auch ein Markenrepräsentant. Durch die Etablierung öffentlicher Kommunikationsforen, Bewertungs- (bspw. kununu) und Social-Media-Plattformen sowie Messangerdiensten haben wir alle das Megaphone griffbereit in der Hand. Ob die Nutzung dieser Sprachrohre zu jeder (Echt-)Zeit angebracht ist, sei erst einmal dahingestellt. Durch das Internet ist auch hier ein neuer und wachsender Markt entstanden. Fakt ist, die Meinungsäußerung und -beeinflussung ist dadurch öffentlich geworden.

In Zeiten des digitalen 24/7 Sofort-Konsums ist es für Herstellermarken zudem schwieriger geworden, Beziehungen zu den Kunden aufzubauen, aufrecht zu halten und als Marke die Persönlichkeit über die zahlreichen Vertriebskanäle hinweg, wahrnehmbar zu machen. Da bleibt oft nur ein Logo übrig. Ein Logo macht aber noch keine Marke aus.

Wenn man hingegen neben der von innen heraus schon positiven Unternehmensausstrahlung die gute Unternehmenskultur, Arbeitnehmernutzen und Vorteile bei den Zielgruppen kommuniziert, dann fühlen sich letztendlich auch Kooperationspartner und Kunden positiv angesprochen und können zu Markenbotschaftern werden. Gutes Employer Branding kann also als optimale Pull-Strategie für den Produktabsatz dienen.

Was bedeutet dies für den Aufbau der Corporate Identity?

Ohne eine gute und hohe Mitarbeiteridentifikation mit den Unternehmenszielen gibt es auch keine authentische Corporate Identity. Meines Erachtens müssen viele Unternehmen zuallererst von ihrer noch immer zu hierarchisch geprägten Unternehmensstruktur und -kultur ablassen. Mitarbeiter sollten stattdessen zunehmend in Entscheidungsprozesse involviert und integriert werden.
Es braucht einen Wertekonsens und das Gefühl für ein gemeinsames Ziel zu stehen. Nur dann arbeiten Mitarbeiter auch selbstmotiviert für die Sache und nicht „für die Chefin/den Chef“. Das setzt voraus, dass die Unternehmensleitung den alleinigen „Besitz an der Marke“ abgibt und stattdessen klare Leitlinien schafft, welche auch losgelöst von Personen eine Wertschätzung ermöglichen.

Bei der Markt(über)sättigung auf der einen und dem Fachkräftemangel auf der anderen Seite ist die positive Auswirkung weicher Faktoren jedenfalls immer erfolgsentscheidender.

Was schätzen Sie am meisten am ECC-Club?

In den guten Studien und Whitepapern, Blogeinträgen und Newslettern werden aktuelle Themen behandelt. Auf den Events von ECC und IFH Köln kann man diese dann mit den Club-Kollegen vertiefen und sich somit interdisziplinär austauschen. Der Handel ist in den letzten Jahren irrsinnig komplex geworden, gut wenn man jemanden kennt, der jemand kennt. IFH und ECC bieten hier einen prima Dreh- und Angelpunkt für die gesamte Handelswelt!

Sie möchten mehr über philla BrandXitement erfahren? Besuchen Sie jetzt das Profil im ECC-Club-Bereich!