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„Jeder muss den digitalen Status quo des eigenen Unternehmens hinterfragen“

Autorin: Christina Bunnenberg | Datum:

Am 01. Juli 2019 fiel der Startschuss für das neue Kompetenzzentrum Handel im Rahmen der Initiative Mittelstand-Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das IFH Köln und weitere Partner unterstützen damit kleinere und mittlere Unternehmen aus Einzel- und Großhandel bei der Digitalisierung ihres Geschäftes. Wir haben uns mit IFH-Projektleiterin Judith Hellhake über die Ziele und Angebote des Kompetenzzentrums und darüber, wie wichtig Netzwerke im Zeitalter der Digitalisierung sind, unterhalten.

Zum Einstieg: Was macht das Kompetenzzentrum Handel?

Im Rahmen des Kompetenzzentrums Handel werden wir kleinen und mittleren Handelsunternehmen die Möglichkeiten der Digitalisierung näherbringen. Hierfür ist an vielen Stellen immer noch eine Sensibilisierung und die Motivation zum Hinterfragen des unternehmensindividuellen Status quo nötig.

Zunehmender Wettbewerb und immer neue Trends und Technologien – in der Mehrheit fühlen sich insbesondere kleine Unternehmen von dieser Dynamik überrollt und wissen nicht, welche konkreten Anforderungen sie daraus für ihren eigenen Betrieb ableiten sollen. Hier setzt das Kompetenzzentrum Handel mit einem starken Partnerverbund an. Neben dem IFH Köln sind der HDE, ibi research und das EHI beteiligt. Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, spätestens jetzt die richtigen Fragen zu stellen – und bei Bedarf Veränderung zu wagen.

Der Arbeitsalltag lässt aus Unternehmenssicht die Auseinandersetzung mit neuen Themen und Technologien häufig nicht zu – Zeit- und Ressourceninvestment werden als zu hoch angesehen, das Thema wird aufgeschoben. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat mit „Mittelstand-Digital“ und den nun 26 Kompetenzzentren eine Initiative ins Leben gerufen, die sich den Herausforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen gezielt annimmt und sie über Einsatzmöglichkeiten und Chancen der Digitalisierung informiert. Umsetzungs-, bedarfsorientiert und verständlich. Wenn das Kompetenzzentrum Handel in drei Jahren als Ansprechpartner für Fragen rund um den Handel von morgen nicht mehr wegzudenken ist, haben wir unser Ziel erreicht.

Digitalisierung ist ja ein weites Feld – welche Themen fokussiert das IFH Köln im Rahmen des Kompetenzzentrums?

Judith Hellhake leitet das Kompetenzzentrum Handel am IFH Köln.

Wie kann stationärer Handel auch in Zukunft erfolgreich umgesetzt werden? Wie lässt sich mein Geschäftsmodell weiterentwickeln? Vor welchen Herausforderungen stehen Großhändler im Zeitalter der Digitalisierung? Wie können Plattformen in bestehende Vertriebsstrategien eingebunden werden?  Der Strauß an Fragestellungen und Themenfeldern des Kompetenzzentrums ist groß und bunt. Kurz gesagt: Wir verstehen uns als Anlaufstelle für Fragen rund um den Handel der Zukunft. Zugleich werden wir aktiv auf Unternehmen zugehen, die sich ihren eigenen Herausforderungen noch gar nicht bewusst sind oder ihren Bedarf nicht konkret formulieren können. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir kontinuierlich daran, zielgruppenadäquate Angebote zu formen und diese schrittweise weiterzuentwickeln. Dabei sind die Händler selbst unsere wichtigste Feedbackinstanz. Das heißt auch, dass wir Themen und Umsetzungsformate perspektivisch ausbauen, ergänzen oder ersetzen – je nach Bedarf.

Bei allem was wir tun steht die Zielgruppenorientierung an erster Stelle. Es reicht nicht aus, mit Buzzwords wie „KI“ oder „Plattformökonomie“ um sich zu werfen. Damit würden wir unsere Kernzielgruppe nicht richtig ansprechen. Unser übergeordnetes Ziel ist der Transfer von Wissen, sodass Unternehmen die „Black Box“ Digitalisierung mit unserer Hilfe schrittweise für sich erschließen können. Unsere Leistungen stehen Interessenten dabei kostenfrei zur Verfügung.

Und an wen richten sich eure Angebote?

Wir richten unsere Angebote gezielt an kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Groß- und Einzelhandel. Die größte Herausforderung wird es sein, diese Zielgruppe mit unseren Angeboten auch wirklich zu erreichen. Mit einem Mix aus zukunftsrelevanten Fragestellungen und unterschiedlichen Formaten des Wissenstransfers haben wir bereits eine wichtige Grundlage geschaffen, um deutschlandweit Präsenz zu zeigen.

Wir werden nicht nur in den Metropolen Deutschlands aktiv sein, sondern unsere Leistungen auch gezielt in ländliche Regionen tragen. Dort sind digitale Lösungen in der Regel eher weniger bekannt oder Erprobungsorte für neue Technologien eine Seltenheit.

Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit lokalen Ansprechpartnern/Multiplikatoren unseren Projekterfolg natürlich maßgeblich beeinflussen. Kooperationen sind für uns der Schlüssel, um das übergeordnete und vom Bund ausgerufene Ziel des Wissenstransfers zu erreichen. Das Kompetenzzentrum Handel lebt von Vernetzung.

Das IFH Köln ist ja kein Neuling im Netzwerk Mittelstand-Digital. Könnt ihr Learnings aus vorangegangenen Projekten übertragen?

Für uns sind die Aktivitäten im Rahmen von Förderinitiativen in der Tat nicht neu. In vorherigen Projekten, wie z.B. der Mittelstand 4.0-Agentur Handel, durften wir einige wertvolle Erfahrungen sammeln, die uns nun bei der Entwicklung von Lösungsansätzen helfen.

Maßgeblich ist bei unseren Aktivitäten die Übersetzung von Digitalisierungswissen in eine zielgruppenadäquate Sprache. Besonders in diesem Themenfeld wird gerne mit Fachbegriffen und Anglizismen um sich geworfen. Teils komplexe Sachverhalte verständlich und präzise darzustellen, ist häufig anspruchsvoller, als „Buzzword-Bingo“ zu spielen. Das tückische daran: Oft merkt man selbst gar nicht wie schnell das vorkommt. Im Austausch mit Einsteigern wird allerdings sehr deutlich, dass die gemeinsame Sprache für eine erfolgreiche Abwicklung eines Vorhabens und die Auseinandersetzung mit neuen – teils ungewohnten Fragestellungen – unerlässlich ist.

Besonders wichtig ist der Dialog mit den Unternehmen. In diesem Förderprojekt möchten wir die Nähe zur Zielgruppe weiter intensivieren. Dabei haben wir in der Vergangenheit besonders gute Erfahrungen mit Formaten des „Unternehmeraustauschs“ gemacht. Von wem lässt es sich besser lernen, als von Umsetzern? Dies kann in kleinen Workshoprunden, aber auch Großveranstaltungen abgedeckt werden. Als Handelsexperten geben wir dabei richtungsweisende Impulse, damit unsere Zielgruppe die relevanten Fragen und Themenbausteine auf dem Radar hat.

Es ist anzunehmen, dass die Schnelllebigkeit von Technologien und kurze Entwicklungszyklen in Zukunft noch mehr Informationsbedarf erzeugen werden. Feedback der Unternehmer ist jedoch oftmals, dass Unterstützungsangebote nicht bekannt oder verständlich sind. Daher ist es besonders wichtig, dass für Händler klar kommuniziert wird, an wen sie sich wenden können. Als genau einen solchen Ansprechpartner verstehen wir uns als IFH Köln und nutzen natürlich auch weiterhin die etablierten Netzwerke und starken Partner vor Ort aus vergangenen Projekten.

Über das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel gehört zu Mittelstand-Digital. Mit Mittelstand-Digital unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen und dem Handwerk.


Weitere Informationen unter www.kompetenzzentrumhandel.de