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IKEA Paris La Madeleine: Neue Einzelhandelskonzepte für Innenstädte

Louise Trocme ,  Dr. Eva Stüber | Datum:

© IKEA Deutschland GmbH & Co. KG/ Inter IKEA Systems B.V. 2019

Deutsche Innenstädte sind von Urbanisierung und den Auswirkungen der Digitalisierung geprägt. Doch nicht nur der deutsche, stationäre Einzelhandel wird durch die Sorge um weiter sinkende Frequenzen herausgefordert. Auch französische Innenstädte wie Paris erleben einen Strukturwandel. Die Kernfrage muss daher lauten: Wie kann der Einzelhandel in den Augen der Konsument*innen attraktiv bleiben? In Paris testet IKEA daher ein neues Geschäftskonzept, das gezielt auf die Bedürfnisse und Wünsche der Pariser gerichtet ist. Indem der schwedische Möbelhändler, der bislang eher auf der grünen Wiese zu finden ist, nun sein Filialnetz in die Innenstadt lenkt, schafft er es neue Zielgruppen zu erreichen. Die Filiale und ihre Entwicklung haben wir uns einmal genauer angeschaut.

Die 2019 veröffentlichte IFH-Studie „Vitale Innenstädte“ zeigte, dass das Einzelhandelsangebot im Rahmen der Attraktivität der Innenstädte eine bedeutende Rolle spielt. Denn hierdurch entstehen für Händler zusätzliche Wachstumschancen. Sie können sich ihren Kunden*innen anhand von neuen Konzepten nähern und zur Belebung der Innenstädte beitragen. Während Cross-Channel-Services als Hygienefaktor betrachtet werden, wirken andere Faktoren wie z. B. die Ausführung von Events und eine gute Erreichbarkeit attraktivitätssteigernd. Im Mai habe ich den neuen Concept Store IKEA Paris La Madeleine besucht, der genau diese Aspekte – urban, praktisch, kreativ – im Kern seines Konzeptes platziert.   

Cross-Channel-Services, Events und gute Erreichbarkeit: Wie IKEA das Einzelhandelsangebot in Paris revolutioniert

Der Store befindet sich im ersten Arrondissement der französischen Hauptstadt, am Boulevard de la Madeleine, und in unmittelbarer Nähe einer Metrostation. Im Vergleich zu den üblichen IKEA-Geschäften, ist dieses neue Konzept aufgrund begrenzter Deckenhöhe und einer Verkaufsfläche von 5.400 Quadratmetern deutlich kleiner. Im Erdgeschoss wurden, zusätzlich zu den Abteilungen Küche und Aufbewahrung/Organisation, eine Lebensmittelabteilung sowie das „Swedish on the go“-Selbstbedienungsrestaurant eingerichtet. Ziel ist es ein besonderes Einkaufserlebnis in Form eines Inspirations- und Begegnungsortes für Pariser zu schaffen. Kund*innen können dort sowohl ihre Küche planen als auch einfach einen Kaffee trinken. Auf beiden Stockwerken werden Self-Service-Checkouts und Touchscreens für Produktanschauung bzw. Onlinebestellungen angeboten. Im Obergeschoss befinden sich die Abteilungen Wohn- und Schlafzimmer sowie das „Event Space“. Auffallend ist die starke Präsenz von Verkäufer*innen, die in den jeweiligen Abteilungen die Besucher*innen bei der Planung und Einrichtung ihrer Räume beraten. Das Produkt- und Service-Angebot ist genau auf die urbanen Lebensbedingungen angepasst, besonders in der Hinsicht, dass Platz und Stauraum in Großstädten wie Paris begrenzt sind. Kunden*innen können im Rahmen des IKEA-Lieferkonzeptes ihre Bestellungen nachhause oder zu einem gewünschten Abholpunkt liefern lassen. Außerdem werden umfassende Liefer- und Mobilitätsangebote angeboten, wie z. B. Fahrradlieferungen mit elektrischer Unterstützung und ein Automietservice.

© IKEA Deutschland GmbH & Co. KG/ Inter IKEA Systems B.V. 2019

Auch BabyOne und OBI erreichen mit neuen Konzepten die urbane Kundschaft

In Köln folgen Händler wie z. B. BabyOne und OBI ebenfalls dem Trend und eröffnen auf eine junge und urbane Kundschaft ausgerichtete Geschäfte. Der LüttenLaden richtet sich mit seinem Sortiment und der zentralen Lage in erster Linie an diese Zielgruppe – anders als in den traditionellen BabyOne-Fachmärkten stehen Produkte wie z. B. Kinderwagen, im Vordergrund. Der DIY-Concept-Store von OBI, Create! By OBI, versucht seinerseits die Kreativität der Kölner zu fördern. Dort können die Kunden*innen verschiedene Möbelstücke konfigurieren und aufbauen, sowie an Workshops teilnehmen. Die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit sind Vorteile für Bewohner*innen der Innenstadt, die dadurch von einer näheren Alternative zu den traditionellen Baumärkten, die sich häufig außerhalb der Innenstädte befinden, profitieren.
 
Kundenorientiertes Handeln ist essenziell, um die Innenstadtbesucher*innen zu binden. Besonders relevant ist der Convenience-Aspekt, der bei Konsumenten*innen ein wichtiges Einkaufskriterium ist. Eine gute Erreichbarkeit und eine gute Ladeneinrichtung sind Faktoren, die zum Erfolg eines Geschäfts im Stadtzentrum beitragen. Zudem spielt die Wahl der Mitarbeiter im Geschäft auch eine wichtige Rolle – eine kompetente Beratung wirkt sich positiv auf die Kundenzufriedenheit aus.