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"Ein vernünftiger Webauftritt sollte so selbstverständlich sein wie ein Telefonanschluss" – Interview mit ECC-Clubmitglied TechDivision

Autorin: Christina Bunnenberg | Datum: 04.07.2016

Diese Woche in unserer Interviewreihe: ECC-Club-Mitglied TechDivision. Mit Josef Willkommer, Geschäftsführer von TechDivision, haben wir uns über die digitale Transformation und die besonderen Herausforderungen für den Mittelstand unterhalten. 

 

 

Um das Buzzword „Digitale Transformation“ kommt man aktuell nicht mehr herum. Was bedeutet das für euch konkret?

Josef Willkommer: Wenngleich der Begriff der „Digitalen Transformation“ derzeit omnipräsent ist, beschreibt er in unseren Augen doch eine Entwicklung, die nicht mehr wirklich neu ist. Es geht darum, (bislang) „analoge“ Prozesse zu digitalisieren und damit auf ein neues Level zu heben. Dabei ist das Umfeld enorm breit – von der Verlagerung der Bestellung vom Telefon ins Web, d.h. die Digitalisierung von Vertriebsprozessen bis hin zu kompletten Produktionsprozessen oder auch Dienstleistungen wie dem Support. Was digitalisiert werden kann, wird – auch aus effizienzgründen – über kurz oder lang digitalisiert werden und auch müssen! Dabei ist die Technik bzw. Technologien eine wichtige Komponente, mind. genauso wichtig sind aber auch die Menschen, die mit den neuen Strukturen und Anforderungen umgehen müssen. Hier sehen wir aktuell teilweise sogar noch größere Herausforderungen als auf Seiten der Technik.

Wie können kleine und mittlere Unternehmen mit der digitalen Transformation umgehen? Wo sollte aus eurer Sicht zuerst angesetzt werden?

Josef Willkommer: Ein Patentrezept hierfür gibt es aus unserer Sicht nicht. Wichtig ist, sich darüber klar zu werden, dass etwaige analoge Prozesse und Gepflogenheiten in vielen Fällen zukünftig so nicht mehr funktionieren werden. Es hilft hier auch sicherlich nicht, in Panik zu verfallen und den Kopf in den Sand zu stecken. Vielmehr sollten insbesondere Händler – sofern dies bislang noch nicht passiert ist – sich Ihr Umfeld sehr genau ansehen, um Möglichkeiten für die Digitalisierung zu finden. Dabei ist Rom auch nicht an einem Tag erbaut worden, d. h. man sollte sich zu Beginn nicht zuviel aufladen. Ein Stichwort aus modernem Projektmanagement beschreibt das sog. „Minimal Viable Product“ was im Prinzip mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu vergleichen ist. Wichtig ist in der heuigen Zeit dabei nicht mehr der Umfang und/oder die Tiefe einer Implementierung, sondern vielmehr die Zeit oder anders ausgedrückt: lieber morgen mit kleinen Ansätzen starten als in einem Jahr eine möglichst umfassende Transformation oder Applikation zu launchen. Ein vernünftiger Webauftritt – wie auch immer dieser aussieht – sollte dabei inzwischen allerdings so selbstverständlich sein, wie ein Telefonanschluss, denn der Erstkontakt erfolgt in den meisten Fällen inzwischen online – und zwar unabhängig von der Zielgruppe oder Branche. Ein Unternehmen, das im Web nicht präsent ist, wird auf absehbare Zeit gar nicht mehr relevant sein. Insofern stellt sich aus unserer Sicht für Unternehmen und insbesondere auch Händler nicht die Frage des Wollens, sondern des Müssens. Das mag sich jetzt hart anhören, aber die Zeiten des einfachen Handels sind vorbei bzw. werden sehr bald vorbei sein. Wer nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat und mitgeht, wird über kurz oder lang auf der Strecke bleiben.

Welche Hürden könnt ihr gerade bei KMU in diesem Prozess beobachten und wie kann diesen Schwierigkeiten begegnet werden?

Josef Willkommer: Die Schwierigkeiten sehen wir zum einen in der Bereitschaft von Unternehmen, sich dieser massiven Herausforderung konsequent zu stellen. Dazu gehört es, sich nicht auf dem Status quo und dem bisherigen (vergangenen) Erfolg auszuruhen und auf etwaige Startups bzw. allgemein neue Mitbewerber „einzuhauen“. Vielmehr geht es darum, den Blick nach vorne zu richten und sich jetzt damit zu beschäftigen, welche Digitalisierungsmöglichkeiten sich im jeweiligen Umfeld realsieren lassen. Ein weiterer ganz entscheidender Punkt ist das Thema Mitarbeiter. Gerade der Einzelhandel wird hierbei in den kommenden Jahren noch vor sehr große Herausforderungen gestellt werden, da zukünftig Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how erforderlich sein werden, die zudem in der Lage und auch Willens sind, mit der sich immer schneller drehenderen digitalen Welt mitzugehen und zudem mind. auf Augenhöhe mit den immer besser informierteren Kunden stehen. Hier muss aus unserer Sicht auf Unternehmensseite die Bereitschaft vorhanden sein, qualifizierte Mitarbeiter zu beschäftigen bzw. den Mitarbeitern die Möglichkeit eingeräumt werden, sich entsprechend weiterzubilden.

Was schätzt ihr besonders am ECC-Club?

Josef Willkommer: Der ECC-Club ist für uns insbesondere aufgrund des Netzwerk-Gedankens interessant. Man kann sich auf den ECC-Veranstaltungen mit Leuten aus der Branche austauschen und neue Impulse mitnehmen. Darüberhinaus sind für uns als Dienstleister natürlich auch die Studien und Daten, die vom ECC Köln erhoben werden, sehr interessant und auch relevant. Da wir mit unserem kostenlosen eStrategy-Magazin bereits seit vielen Jahren eine Content-Kooperation betreiben ist eine Mitgliedschaft im ECC-Club für uns obligatorisch und auch sehr wertvoll.

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