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Digitalisierung ist mehr als nur das Ausrollen der neuesten Technik

Autorin: Dr. Eva Stüber | Datum:

Die hagebau holt Gesellschafter und Mitarbeiter ins Boot, um kulturellen Wandel zu vollziehen
Die hagebau Kooperation ist eine starke Gemeinschaft. Das zeigte sich insbesondere auf der diesjährigen Gesellschafterversammlung, bei der die Weiterentwicklung des Unternehmens vor dem Hintergrund der Digitalisierung im Vordergrund stand. Direkt im Anschluss haben wir uns mit den Fachhandelsverantwortlichen Hartmut Goldboom, Geschäftsführer hagebau Fachhandel, und Oliver Arp, Bereichsleiter E-Commerce Fachhandel, zum Gespräch getroffen. Torsten Kreft, Geschäftsführer hagebau Einzelhandel, stieß erfreulicherweise spontan hinzu und ergänzte das Interview inhaltlich qualitativ um die Sparte Einzelhandel.

Was heißt Digitalisierung für die hagebau bzw. den hagebau Fachhandel?

Goldboom: Die hagebau sieht in der Digitalisierung viele Chancen und Möglichkeiten für Innovationen, die sich durch neue Technologien bieten. Wenn wir in diesem Zusammenhang bestehende Angebote überprüfen und neue Services entwickeln, ist allein die Perspektive der Kunden unserer Gesellschafter relevant. Die Einbindung der Kundensicht ist der Kern, der die gesamte digitale Transformation der hagebau prägen muss. Digitale Transformation ist aber auch soziale Transformation. Das heißt, dass sich die Zusammenarbeit der Mitarbeiter in der hagebau und der Austausch mit den Gesellschaftern in einer zunehmend digitaler werdenden Arbeitswelt verändern muss. Für eine erfolgreiche Digitalisierung benötigen wir daher eine weiterentwickelte Unternehmenskultur. Voraussetzungen und Treiber für diese Kultur sind eine flexible und zielorientierte Arbeitsumgebung, ein wertschätzendes, offenes Miteinander sowie die Übernahme von Verantwortung eines jeden Einzelnen.

Arp: An dieser Kultur arbeiten wir gerade und probieren neue Arbeitsweisen aus. „Trial and Error“ ist hierbei beispielsweise nur eine Vorgehensweise – für die hagebau aber ganz neu: Probieren und testen, ohne zu wissen, ob es gelingt. Am Ende geht es immer darum, Kundenwünsche zu erfüllen. Um diese Zielsetzung zu erreichen, benötigen wir die richtigen Skills, Methoden, Instrumente und den Mut, unsere Zusammenarbeit zu verändern.

Wen sehen Sie denn in Zukunft als Wettbewerber für den hagebau Fachhandel?

Goldboom: Wir haben heute alle unsere „klassischen“ Wettbewerber im Fokus, die wir auch künftig als Wettbewerber betrachten. Viel spannender sind aber Start-ups, die aktuell noch nicht auf dem Radar zu sehen sind und die mit radikal neuen und anderen Geschäftsmodellen in den Markt kommen.

Arp: Alibaba ist sicherlich ein großes Thema. Das Unternehmen rückt heute schon mit Fachhandelsortimenten auf den europäischen Markt. Insbesondere im Tiefbaubereich beobachten wir Bewegung, weil Gussteile zum Großteil in China produziert werden. Ich denke aber auch, dass wir die branchenverändernden Wettbewerber heute noch gar nicht kennen – die uns bekannten Player werden meiner Ansicht nach keine radikalen, neuen Geschäftsmodelle am Markt etablieren.

Torsten Kreft, Geschäftsführer hagebau Einzelhandel, Hartmut Goldboom, Geschäftsführer hagebau Fachhandel, Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln und Oliver Arp, Bereichsleiter E-Commerce Fachhandel.

(v.l.n.r.) Torsten Kreft, Geschäftsführer hagebau Einzelhandel, Hartmut Goldboom, Geschäftsführer hagebau Fachhandel, Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln und Oliver Arp, Bereichsleiter E-Commerce Fachhandel.

Wie lange werden denn Einzelhandel und Fachhandel noch getrennt nebeneinander operieren können?

Kreft: Das kann man heute nicht sagen. Klar ist aber, dass Kunden im Internet nicht zwischen Fach- und Einzelhandel differenzieren – Kunden denken in Lösungen. Nehmen Sie zum Beispiel die mobilen Generalisten. Das sind heute Kunden im Fachhandel wie auch im Baumarkt. Daher evaluieren wir genau, wie wir dieses Verhalten auf sämtliche Vertriebskanäle übersetzen können, um die Felder so miteinander zu verzahnen und Synergien zu nutzen. Am Ende kommt es darauf an, dass wir unsere Kunden von der Marke hagebau überzeugen – egal ob im Einzelhandel oder im Fachhandel.

Sehen denn auch die Gesellschafter das Potenzial, neue Zielgruppen zu erschließen, indem die Synergien beider Bereiche genutzt werden?

Arp: Den Handlungsbedarf sehen unsere Gesellschafter definitiv. Was sich für sie und uns sicher ändern wird, ist, dass einige Themen zentral funktionieren müssen. Beispielsweise im Back-Office: An dieser Stelle werden wir zukünftig verstärkt auf Synergien setzen, da neue Standards entwickelt wurden und sich die Kostenstruktur verändert hat.

Kreft: Das Konzept der Unternehmer vor Ort ist ein wesentlicher Faktor, der die hagebau sehr schnell macht. Ob im Franchise- oder im Fachhandelsbereich nehmen die Beteiligten Gegebenheiten wahr, steuern diese und werden aktiv. Das ist ein wesentlicher Vorteil von Verbundgruppen, da die Unternehmer Agilität und die Verantwortungsbereitschaft von sich aus mitbringen. Ich habe viele Gespräche mit Unternehmern geführt, die Spaß daran haben, etwas für sich zu gestalten. Einer unserer Erfolgsfaktoren ist daher ganz klar der Unternehmer vor Ort, der sich eigenverantwortlich entwickelt – davon werden wir auch zukünftig profitieren.

Thema Mitarbeiter: Wie gibt man diesen sowohl in der Zentrale als auch vor Ort Raum, Themen zu entwickeln und wie vollzieht man diesen kulturellen Wandel?

Goldboom: Die Zeit, in der man etwas alleine in der Zentrale entwickelt hat, gibt es nicht mehr. Ideen und Konzepte entwickelt man im Team, mit einem Pool an Kompetenzen. Das ist eine andere Unternehmenskultur und eine andere Form der Zusammenarbeit. Sie ist geprägt von Offenheit, Vertrauen, Toleranz und Wertschätzung. Unsere Aufgabe ist es, unseren Mitarbeitern diese neue Kultur zu vermitteln und gemeinsam mit ihnen zu leben.

Kreft: Ein wichtiger Punkt ist der Wille zur Veränderung. Veränderung zuzulassen, ist die Aufgabe eines jeden einzelnen. Die Devise lautet: Sei veränderungsbereit. Das Schöne an der Kooperation ist, sie sind nicht allein. Wir treffen gemeinsam Entscheidungen und wachsen gemeinsam im Rahmen von Entwicklungsprozessen. Und das ist ein großer Motivationsfaktor.