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Die Talfahrt der Geschäftslage ist gestoppt – doch ein Aufwärtstrend zeichnet sich nicht ab

Dr. Markus Preißner Lara Arndt | Datum: 27.07.2020

© Chamillew Adobestock

Obwohl die Kundenfrequenzen in Apotheken immer noch sinken, ist der steile Abwärtstrend der Einschätzung der Geschäftslage vorerst beendet. Ein Aufwärtstrend ist jedoch noch nicht zu erkennen, auch wenn durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung auch in Apotheken der Konsum angekurbelt werden soll. Der APOkix im Juli hat die Apothekenleiter*innen deshalb zum Konjunkturpaket befragt.

Nachdem die Geschäftslage in den beiden Vormonaten rasant abgestürzt ist, hat sich die Lage im Juli beruhigt und das (niedrige) Niveau konnte zumindest gehalten werden. Im Vergleich zum Vormonat sinkt der Konjunkturindex nur um 0,2 Punkte auf 57,4 Punkte. Dies ist jedoch verglichen zum Vorjahresmonat immer noch ein Minus von 18,5 Punkten. Grund dafür bleibt insbesondere die weiterhin andauernde Coronakrise und die damit einhergehende niedrige Kundenfrequenz in den Apotheken. 55 Prozent der Apothekenleiter*innen gaben an, dass diese im Vergleich zum Vormonat Mai „leicht gesunken“ sei – nur 15 Prozent konnten einen leichten Anstieg verzeichnen. So wird auch die Geschäftsentwicklung für die kommenden 12 Monate negativer bewertet als noch im Juli 2020: Der Index sinkt um 3,5 Punkte auf 52,1 Punkte.

Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung stößt auf geteiltes Echo

Um den Konsum in Deutschland auch trotz der Coronakrise und ihren Einschränkungen anzukurbeln, wurde die Mehrwertsteuer für sechs Monate von 19 auf 16 bzw. von 7 auf 5 Prozent gesenkt – auch in Apotheken. Die Bewertung des Konjunkturprogramms stößt jedoch auf Uneinigkeiten in den Apotheken. 21 Prozent der Apothekenleiter*innen sehen das Hilfsprogramm als gut an, während 40 Prozent es nur mit befriedigend bewerten. Schlecht finden es 22 Prozent der Apothekenleiter*innen. Ein Grund dafür ist vor allem, dass die Zielsetzung der Mehrwertsteuersenkung, den Konsum anzukurbeln, im Arzneimittelbereich unangebracht erscheint, da mit dem Mehrkonsum an Arzneimitteln oftmals gesundheitliche Risiken einhergehen. Dies gaben 81 Prozent der Befragten an. Nicht klar ist auch, ob die Mehrwertsteuersenkung eine gute Maßnahme ist, um die Gesundheitsausgaben der Bevölkerung wirklich senken zu können. 60 Prozent werten aber positiv, dass durch die Mehrwertsteuersenkung Krankenkassen entlastet werden können.

Trotz allem: Die Preise sinken

In den Apotheken wurden entsprechend der Mehrwertsteuersenkung mehrheitlich die Preise gesenkt – sowohl für apothekenpflichtige und freiverkäufliche OTC als auch im Rand- und Nebensortiment. Knapp 50 Prozent der Apothekenleiter*innen gaben jedoch an, dass ihre wirtschaftliche Lage es derzeit nicht zulasse, die Mehrwertsteuersenkung in vollem Umfang an ihre Kund*innen weiter zu geben. 54 Prozent der Befragten merkten an, dass die Preise – ob wirtschaftlich sinnvoll oder nicht – gesenkt werden müssen, da dies die Apothekenkund*innen im Zuge des Konjunkturhilfsprogramms erwarten. Die Kund*innen werden jedoch auch als ausgesprochen tolerant angesehen: So sind sich die Leiter*innen der Apotheken einig, dass die Mehrheit der Kund*innen keine oder nur wenig Kritik äußern, sollten die Preise bei bestimmten Produkten nicht gesenkt worden sein.