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Das Auto als Point of Sale? Interview mit Hauke Rahm von commercetools

Autorin: Sabrina Fritsche | Datum:
Hauke Rahm von commercetools

Am 03. und 04 April findet das ECC-Forum unter dem Motto „B2C meets B2B“ statt. Vorab haben wir mit Hauke Rahm von unserem Eventpartner commercetools über das Thema Headless Commerce in der Automobilindustrie gesprochen. Ob es realistisch ist, dass unser Auto künftig weiß, dass wir online etwas gekauft haben und abholen müssen, verrät Hauke Rahm in Interview.

Die Digitalisierung der Automobilindustrie ist derzeit in der Branche ein Top-Thema. commercetools beschäftigt sich u. a. mit Headless Commerce – was ist darunter zu verstehen und warum ist dieser Ansatz gerade für die Automobilbranche relevant?

Das Thema Headless ist einer der Meilensteine in der Weiterentwicklung der vernetzten Welt. Headless bedeutet ja im Grunde, dass die Software ohne User Interface existiert. Alles wird über eine Schnittstelle gemacht: die Anbindung anderer Software genauso wie jedes beliebige Frontend.

Mit dem Aufkommen der vielen Apps auf iPhones, Tablets, Android-Smartphone usw. ist jedem klar geworden, dass „die einfache Website” auf Dauer nicht als einziger Anlaufpunkt bestehen wird. Während Apps mittlerweile zum Tagesgeschäft gehören, haben sich aber ganz andere Ansätze ausgebreitet. „IoT” wird oft umhergeworfen, aber die Automobilindustrie hat einen ganz praktischen Use-Case bei fast jedem direkt vor der Tür stehen: das Auto selber. Warum nicht das Touch-Display im Auto für mehr nutzen als die Klimaanlage und das Radio? Und andersherum: Warum nicht die Funktionen des Autos vom Handy aus steuern? Wer Car Sharing nutzt, kennt den Vorgang, dass man das Auto per App öffnet. Dank Headless Commerce lassen sich die Funktionen des Autos aber auch einkaufen: Kartenmaterial für das Navi, Aktivierung vom Kurvenlicht usw. Man muss die verschiedenen Systeme nur vernetzen - und das geht dank Headless-Ansätzen besonders gut.

Bestellen wir also künftig mobil während wir von A nach B fahren?

Naja, ich hoffe, dass ab und zu noch jemand auf die Straße schaut beim Fahren... aber warum nicht? Zum einen könnte die Vernetzung immer intelligenter werden - auch unter Verwendung von Machine Learning. Das Auto könnte wissen, dass man etwas online bestellt hat und abholen muss. Das Auto weiß, wo man langfährt. Da wird der Case doch schnell klar: Click & Collect auf der Strecke. Zum anderen stehen wir vor ganz neuen Ideen mit autonomem Fahren - der Fahrer wird vielleicht irgendwann genügend Langeweile haben, um tatsächlich einkaufen zu können. Ich denke, dass sowohl der digitale Verkauf von Features am und im Auto deutlich an Fahrt aufnehmen wird, als auch das Auto als Point of Sale interessanter werden wird.

Auch beim ECC-Forum wird es im Vortrag von Henning Henningsen und Matthes Kohndrow von Audi um das Thema Automotive Commerce gehen. Auf welche Insights dürfen sich die Teilnehmer freuen?

Henning und Matthes sind echte Experten in der Thematik. Beide arbeiten an der recht komplexen Architektur rund um die Vernetzung der Commerce-Aspekte mit den Autos. Diese Entwicklungen funktionieren allerdings völlig anders als die von Autos. Ich glaube, dass es spannend sein wird zu hören, wie agile, schnelle Software-Entwicklung in einem großen traditionellen Automobilkonzern funktioniert.

Was wird Ihr persönliches Highlight beim kommenden ECC-Forum?

Ich habe meinen sehr kundennahen Job nicht aus Zufall. Für mich sind die Szenarien, die aus den verschiedensten Branchen kommen, das reizvolle. Ich finde es unglaublich spannend, wie jedes Unternehmen seine Technologien in Frage und auf die Probe stellt und dabei natürlich auch ganze neue Mitarbeiter braucht, um die Fragen der Zukunft beantworten zu können. Wir sind in einer spannenden Zeit. Ich bin sicher, dass das beim ECC-Forum in vielen Vorträgen deutlich werden wird.