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B2B: Am Ende wählt der Kunde keine Standard-Baukasten-Lösung – Interview mit ECC-Club-Mitglied ERP Novum

Autorin: Melanie Günther | Datum:

Tibor Kunz ist Geschäftsführer der ERP Novum GmbH. © ERP Novum

Die B2B-Branche befindet sich auf dem besten Weg ins Zeitalter der Digitalisierung. Individualisierte Lösungen für kundenspezifische Prozesse sind daher gefragt wie noch nie, wie Tibor Kunz, Geschäftsführer bei unserem ECC-Club-Mitglied ERP Novum, weiß. Er erklärt warum Kunden integrierte und individualisierte Lösungen erwarten.

Tibor, kannst Du uns Beispiele für Prozessindividualisierungen nennen?

Wir legen in unseren Projekten sehr viel Wert auf standardisierte Prozesse. Oft lassen sich durch den flexiblen Einsatz von bestehenden Mitteln, neue Anforderungen lösen und somit teure Sonderprogrammierungen für den Kunden vermeiden.

Dennoch ist es in der Projektpraxis häufig so, dass mittelständige Unternehmen spezifische Prozesse zur Abbildung ihrer Wettbewerbsvorteile benötigen und wünschen. Diese individuellen Prozesswünsche sind auch in einer typischen Branchenlösung nicht immer zu finden, haben jedoch für das Unternehmen einen hohen strategischen Wert.

In der Praxis sieht dies wie folgt aus: Wohl fast jeder Großhändler muss sich mit der Integration eines durchgängigen Prozesses für die Abwicklung individueller Sonderartikel beschäftigen. Die bestellten Artikel werden direkt im Auftrag mit sauberen Stammdaten eingepflegt und dann durch alle Prozesse inkl. Lagerverwaltungssystem geschleust. Der entscheidende Vorteil ist, dass die ansonsten typischerweise zum Einsatz kommenden Divers- bzw. Dummy-Artikel vermieden werden. Denn hierbei kann es im Lager vorkommen, dass gleich zweimal der Artikel 4711 ankommt, beispielsweise eine Tür aus Holz und eine aus Stahl. In diesem Fall bedarf es einer teuren Sichtprüfung, da ein sicherer, automatisierter Scanprozess nicht mehr möglich ist. Zudem werden durch den Einsatz der Sonderartikel die Umsätze in ihren korrekten Warengruppen gebucht.

Die ankommende Ware ist somit im Wareneingang sofort erkennbar und muss nicht einzeln ausgepackt und überprüft werden. Der bestellte Sonderartikel ist sofort jederzeit identifizierbar und transparent im System nachverfolgbar, für alle im Unternehmen prozessbeteiligten Mitarbeiter.

Zudem rückt das Thema Reklamationsmanagement und Service, gerade im Bereich der hochwertigen Produkte, immer mehr in den Fokus. Es entstehen sehr schnell komplexe Prozessketten, da neben dem Kunden auch externe Partner wie Hersteller, Lieferanten und Reparaturdienstleister beteiligt sind. Die frühzeitige Onlinekommunikation der Reklamation mit dem Kunden über ein Ticket-System erleichtert und beschleunigt den gesamten Prozess für alle Beteiligten in der Abwicklung und führt zudem zu einer Arbeitsentlastung des Innendienstes. Hier gilt es abzuwägen, wie man den Kunden im Service bedienen und auch bewusst als Händler steuern möchte.

Wie gehen Eure Kunden mit dem Thema E-Commerce um?

Das Thema E-Commerce ist schon lange kein reines Thema des Versandhandels mehr, auch der technische Großhändler sollte an dieser Stelle für seine Kunden zeitgemäße Lösungen bieten. So möchte der Schreiner direkt von der Baustelle – 24/7 und am besten mobil – eine neue Tür oder Beschläge für seinen Kunden beim Großhändler bestellen. Zeitverzögerte Bestellungen via Fax haben ausgedient. Eine schnellere Auftragsbearbeitung und Lieferung sind dabei ein netter Nebeneffekt dieser Digitalisierungsprozesskette.

Des Weiteren führen unsere Kunden erfolgreich mehrere Webshops mit unterschiedlichen Teilsortimenten auf einer Vielzahl von Marktplätzen und Beschaffungsplattformen. Häufig werden auch B2B- und B2C-Strategien parallel gefahren. Dies ermöglicht auch unterschiedliche Preisstrategien für gleiche Produkte oder den Vertrieb von Alternativprodukten.

Warum ein ERP-Systemhaus wählen und keine Einzellösung?

Wir schaffen für unsere Kunden Investitionssicherheit. ERP bedeutet für uns mehr als eine Ansammlung von Funktionen und die erfolgreiche Implementierung einer Software.

Der richtige Einsatz der vorhandenen oder zu schaffenden Werkzeuge entscheidet über den langfristigen Erfolg des Gesamtprojekts. Als Partner entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden Lösungsstrategien für komplexe Sachverhalte. Hierbei kommt unserem Kunden unsere langjährige Erfahrung und der offene Austausch über Lösungen aus anderen Projekten zu Gute. Es entsteht eine langfristige Partnerschaft mit viel Wissenstransfer, welche alle Beteiligten stets sehr schätzen.

Was schätzt ihr am ECC-Club?

Wir erhoffen uns vom ECC-Club eine effektive Plattform für das Networking und das Diskutieren von Trends und den Zugang zu neuen Forschungsergebnissen. Wir sind gespannt auf die ECC-Events in diesem Jahr. Vielleicht ergeben sich auch neue Partnerschaften – wir werden sehen!

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