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APOkix: Hallo E-Rezept – Tschüss Papierrezept?

Autorin: Carolin Leyendecker | Datum:

Die Digitalisierung schreitet voran und bringt auch im Gesundheitswesen neue digitale Lösungen hervor – so auch das elektronische Rezept, kurz E-Rezept. Während in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien und den Niederlanden bereits E-Rezepte eingesetzt werden, war dies in Deutschland bislang Zukunftsmusik – doch das wird sich jetzt ändern. Im November startet in Baden-Württemberg das Pilotprojekt GERDA, bei dem das digitale Rezept in Deutschland getestet wird. Im Frühjahr 2020 soll dann die bundesweite Einführung folgen. Wie Apothekenleiter*innen die Einführung des E-Rezeptes bewerten und welche Vorteile, aber auch Herausforderungen sie dabei sehen, untersucht der APOkix im Oktober.

Skepsis bei Apothekenleiter*innen

Aktuell blicken deutsche Apothekenleiter*innen der Einführung des E-Rezeptes eher skeptisch entgegen. Nur 18 Prozent bewerten die geplante Einführung grundsätzlich als positiv, 38 Prozent erachten sie als kritisch – 44 Prozent sind noch unentschlossen, wie sie die Einführung des E-Rezeptes bewerten sollen. Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung: Nur knapp jede/r Vierte hat sich bislang intensiv mit der Einführung des E-Rezeptes auseinandergesetzt. Entsprechend befürworten 97 Prozent der APOkix-Teilnehmer*innen, dass das E-Rezept in Deutschland erst einmal in einem groß angelegten Pilotprojekt getestet wird.

Die größte mit dem E-Rezept verbundene Befürchtung gilt dem Wettbewerb mit den Versandapotheken – 97 Prozent der Befragten befürchten, dass der Wettbewerb mit diesen zunehmen wird. Rund 90 Prozent rechnen außerdem damit, dass Probleme bei der Bereitstellung oder Anbindung an die entsprechende technische Infrastruktur auftreten werden und in Bezug auf den Datenschutz ein erhöhter Aufwand entstehen wird.

Hoher Informationsbedarf auf Patientenseite erwartet

Im Kontext des Datenschutzes können mit dem Einsatz digitaler Lösungen häufig auch auf Seiten der potenziellen Nutzer*innen Datenschutzbedenken einhergehen – so möglicherweise auch im Fall des E-Rezeptes. Rund drei von vier der befragten Apothekenleiter*innen befürchten, dass viele Patient*innen besonders zum Start des E-Rezeptes um die Sicherheit ihrer Daten besorgt sein könnten. So gehen fast alle befragten Apothekenleiter*innen davon aus, dass auf Patientenseite viel Erklärungsbedarf zum E-Rezept bestehen wird – zum Thema Datenschutz wie auch zu anderen Fragen rund um das E-Rezept.

Chancen des E-Rezeptes

Neben den Bedenken der APOkix-Teilnehmer*innen zur Einführung des E-Rezeptes sehen diese auch Chancen. So erwartet knapp jede/r Zweite, dass durch die Nutzung von E-Rezepten nicht nur die Versorgung der Patient*innen beschleunigt werden kann, sondern auch Abgabefehler reduziert werden können. Einen weiteren Vorteil sehen die Befragten in einem besseren Schutz vor Rezeptbetrug.

Im Spannungsfeld zwischen möglichen Chancen und Herausforderungen des E-Rezeptes sind sich 86 Prozent der befragten Apothekenleiter*innen einig, dass neben dem E-Rezept das Papierrezept weiterhin erhalten und eine Wahlmöglichkeit zwischen beiden Rezeptvarianten bestehen bleiben sollte. Nun gilt es abzuwarten, welche (neuen) Erkenntnisse die anstehende Testphase in Baden-Württemberg mit sich bringt und wie diese den Apotheker*innen vermittelt werden.

Sie wollen mehr erfahren?

Die detaillierten Ergebnisse und den vollständigen Berichtsband zum APOkix im Oktober können Sie sich hier herunterladen: APOkix-Ergebnisse Oktober 2019