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26. Oktober 2020Lara Arndt

Für viele deutsche Apotheken war die Insolvenz des AvP Rechenzentrums ein großer Schock – fehlende Abschläge, finanziell Sorgen und Angst um die eigenen Existenz in turbulenten Zeiten haben die letzten Wochen in vielen Apotheken geprägt.

Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN im Oktober hat sich diesem Thema angenommen und 143 Apothekenleiter*innen zu den Auswirkungen der Insolvenz des Apothekenrechenzentrums AvP auf den deutschen Apothekenmarkt befragt.

Derzeit stehen die befragten Apotheken jedoch verhältnismäßig gut da. In der APOkix Umfrage, gaben 79 Prozent der befragten Apothekenleiter*innen an, gar nicht von der Insolvenz betroffen zu sein. Nur 10 Prozent der Befragten sind derzeit stark betroffen und nur 9 Prozent wenig, 2 Prozent teilweise.

Unterstützung ist gefragt!

Von den 143 befragten Apothekenleiter*innen sind 30 von der Insolvenz betroffen. Davon haben bisher nur 37 Prozent rechtlichen Beistand gesucht, um ihre finanziellen Verluste ausgleichen zu können. 17 Prozent wollen dies jedoch in Zukunft noch tun. Somit wird deutlich, dass hier weitere Unterstützungsmaßnahmen gefordert sind – denn: 90 Prozent der Befragten sind sich einig, dass die betroffenen Apotheken noch unzureichend von Politik und Ärzte- und Apothekerbank unterstützt werden. 86 Prozent der Apothekenleiter*innen sehen einen Rettungsschirm der Politik für unabdingbar, um die Existenz der von der Insolvenz des Rechenzentrums AvP betroffenen Apotheken zu sichern und die anfallenden Rechnungen begleichen zu können.

Misstrauen sinkt, finanzielle Sorgen nehmen zu!

Infolge der Insolvenz des Rechenzentrums AvP sehen 65 Prozent der im APOkix befragten Apothekenleiter*innen die Arzneimittelversorgung in Deutschland in Gefahr. Knapp zwei Drittel geben außerdem zu, dass die Insolvenz des Rechenzentrums AvP dazu geführt hat, dass auch das Vertrauen in andere Rechenzentren gesunken ist. Schaut man sich die von der Insolvenz betroffenen Apotheken genauer an, geben etwas mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie aufgrund der Insolvenz des Rechenzentrums AvP mit hohen finanziellen Verlusten in ihrer Apotheke rechnen müssen. Auch die Aussicht auf Kreditlinien und Überbrückungskredite durch Ärzte- und Apothekerbank ist umstritten. Nur 45 Prozent der Apothekenleiter*innen sehen darin eine hoffnungsvolle Unterstützung. Auch das Angebot, „Soforthilfen“ von anderen Apothekenrechenzentren, wie der NARZ oder Noventi (VSA) in Anspruch zu nehmen, lehnen 70 Prozent ab.

Um den betroffenen Apotheken ihre finanziellen Sorgen zu nehmen und ihre Existenzen zu sichern, muss gehandelt werden – 33 Prozent der befragten Apothekenleiter*innen erachten die Insolvenz des Rechenzentrums AvP als existenzbedrohend für ihre Apotheke.

Konstante Geschäftslage im Oktober

Der Apotheken-Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage im Oktober steigt im Vergleich zum September, um leichte 1,0 Punkte auf 65,7 Punkte an. Verglichen zum Vorjahresmonat, ist damit jedoch ein deutliches Minus von 16,3 Punkten zu verzeichnen. Die zu erwartenden Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten verändert sich jedoch verglichen zum Vormonat September kaum. Der Index sinkt nur leicht um 0,1 Punkte auf 56,6 Punkte. Im Vergleich zum Oktober 2019 entspricht dies einem minimalen Minus von 0,2 Punkten.

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