Mehrheit blickt kritisch auf das vergangene und pessimistisch auf das kommende Apothekenjahr. Wettbewerb, Kosteneinsparungen und Retaxationen ganz oben auf der Agenda für 2026. Apothekenreform: Inhaber:innen fordern sofortige Honoraranpassung und Verzicht auf Regelungen zur Absenkung der qualitativen Anforderungen an Apotheken. Konjunkturindizes sinken.
Wie hat die deutsche Apothekerschaft das Apothekenjahr 2025 erlebt und mit welchen Erwartungen gehen Apothekeninhaber:innen in das Jahr 2026? Diesen Fragen hat sich der Apothekenkonjunkturindex (APOkix) in seiner aktuellen Ausgabe gewidmet. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Lediglich rund jede:r dritte Apothekeninhaber:in (34 %) bewertet das Jahr 2025 bezogen auf die eigene(n) Apotheken(n) mit „sehr gut“, „gut“ oder „befriedigend“ – zwei Drittel (66 %) vergeben bestenfalls die Schulnote „ausreichend“. Und auch der Blick auf das Apothekenjahr 2026 fällt mehrheitlich pessimistisch aus: 53 Prozent schätzen die Aussichten für ihre Apotheke(n) negativ oder sehr negativ ein, 34 Prozent blicken neutral auf das kommende Jahr, 12 Prozent sind optimistisch gestimmt.
Top-Themen 2026: Wettbewerb, Kosteneinsparungen und Retaxationen
Im Fokus stehen 2026 laut Angabe der befragten Apothekeninhaber:innen der Wettbewerb mit Versandapotheken (44 % messen diesem höchste Priorität bei) sowie Drogeriemärkten und anderen branchenfremden Anbietern (38 %), das Erschließen von Kosteneinsparungspotenzialen (42 %), die Vermeidung und der Umgang mit Retaxationen (40 %) sowie die Optimierung des Bestandsmanagements (32 %). Auch die Regelung der Apothekennachfolge (32 %), der Wettbewerb mit Amazon und anderen branchenfremden Plattformen (29 %) sowie die Besetzung von PTA-Stellen (26 %) sind für viele Apotheken hochrelevant.
Apothekenreform: Inhaber:innen mit klaren Vorstellungen
Neben den angeführten Themen beschäftigt Apothekeninhaber:innen vor allem die anstehende Apothekenreform. Nachdrücklich gefordert werden die sofortige Erhöhung des Packungsfixums sowie der Ausschluss von Null-Retaxationen aus rein formalen Gründen. Auch die Wiedereinführung handelsüblicher Skonti und die Einführung strengerer Vorschriften beim Versand kühlketten- und kühlpflichtiger Arzneimittel hat aus Sicht der Apothekeninhaber:innen hohe Priorität. Auf breite Ablehnung stoßen hingegen Regelungen zur Apotheke ohne Apotheker:in, zu Erleichterungen bei der Gründung von Filial- und Zweigapotheken sowie zur Absenkung der Anforderungen an Zweigapotheken (z. B. bezogen auf Beschaffenheit, Größe und Einrichtung der Räumlichkeiten).
Konjunkturindizes sinken
Im Vergleich zum Vormonat sind beide Konjunkturindizes im Dezember rückläufig: Der Index für die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sinkt von 74,1 auf 68,4 Punkte. Der Index für die Geschäftserwartungen der kommenden 12 Monate verliert im Dezember 2,1 Punkte und liegt aktuell bei 49,6 Punkten.
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Über den APOkix
Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaber:innen zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Für den APOkix im Dezember wurden im Zeitraum vom 08.12.2025 bis zum 21.12.2025 insgesamt 116 Apothekeninhaber:innen online befragt. Die APOkix-Teilnehmer:innen stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und repräsentieren sowohl größere als auch kleinere Apotheken, wie auch Apotheken in städtischen und ländlichen Gebieten. Die aktuelle Befragung blickt auf die wichtigsten Themen im Apothekenjahr 2025 zurück und gibt einen Ausblick auf das Jahr 2026. Der APOkix wird unterstützt von der NOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag.
Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können im Shop des IFH KÖLN kostenfrei heruntergeladen werden.






