Köln, 29. April 2008. Diverse Studien belegen, dass Verbraucher eine Apotheke zumeist in Abhängigkeit von ihrem Standort auswählen. Das Institut für Handelsforschung (IfH) hat empirisch untersucht, wie sich dies auf den ökonomischen Erfolg einer Apotheke auswirkt. Die Ergebnisse sind eindeutig: In enger räumlicher Nähe zu Ärztehäusern bzw. Arztpraxen sowie in 1A-Lauflagen agieren Apotheken betriebswirtschaftlich deutlich erfolgreicher als in anderen Lagen. Dr. Markus Preißner, Bereichsleiter am IfH, ordnet die gewonnenen Erkenntnisse wie folgt ein: „Natürlich wird es mit zunehmendem Wettbewerb auch für Apotheken immer wichtiger, sich beim Kunden zu bewerben, also Marketing in eigener Sache zu betreiben, der Standort bildet aber eindeutig das Fundament des Apothekenerfolges."
Verschreiberdichte und Kundenfrequenz als Erfolgsfaktoren
Die Freundlichkeit des Apothekenteams, die Beratungsleistungen, die Produktverfügbarkeit und neuerdings auch die Preise spielen eine wichtige Rolle bei der Apothekenwahl der Verbraucher. Zuerst achten Apothekenkunden aber auf den Standort. Eine hohe Verschreiberdichte im Einzugsgebiet und eine hohe Passantenfrequenz schaffen günstige Voraussetzungen für eine erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit. Die Analyse der im Rahmen des IfH-Apotheken-Benchmarking 2006 erhobenen Daten belegt, dass Apotheken in Ärztehäusern bzw. in der Nähe von Arztpraxen sowie Apotheken in 1A-Lauflagen merklich von ihren Standorten profitieren, da sie überdurchschnittlich hohe Kundenfrequenzen und Umsätze verzeichnen.
Apotheken benötigen Ärzte in ihrer Nähe
Apotheken in enger räumlicher Nähe zu Ärztehäusern bzw. Arztpraxen agieren wirtschaftlich erfolgreicher als Apotheken, deren Einzugsgebiete durch niedrige Verschreiberdichten gekennzeichnet sind. Sie profitieren hierbei vor allem von einer erhöhten Kundenfrequenz (+ 14,7 %) und einer höheren Anzahl an Kassenrezepten (+ 35,6 %). Die hieraus hervorgehenden überdurchschnittlich hohen Umsätze (+ 29,4 %) übersteigen die in Ärztehausapotheken bzw. in der Nähe von Arztpraxen gelegenen Apotheken zu beobachtenden zusätzlichen Kosten (+ 20,7 %) deutlich.
Apotheken in 1A-Lauflagen sind erfolgreicher als andere
Apotheken in 1A-Lauflagen weisen im Vergleich zu Apotheken an anderen Standorten überdurchschnittlich hohe Kundenfrequenzen (+ 41,3 %), Rezeptzahlen (+ 16,7 %) und OTC-Umsätze (+ 86,0 %) auf. In Summe resultieren hieraus deutlich höhere Gesamtumsätze als an anderen Standorten (+ 35,3 %). Die zusätzlichen Umsätze ermöglichen es, die in 1A-Lagen zu beobachtenden höheren Kostenbelastungen mehr als zu kompensieren. Dies gelingt auch deshalb, weil die Handelspannen bei Apotheken in 1A-Lauflagen im Durchschnitt über denen von Apotheken an anderen Standorten (+ 6,7 %) liegen. Betriebswirtschaftlich operieren Apotheken in 1A-Lauflagen deshalb besonders erfolgreich.
IfH_PM_Standort_290408.pdf
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- Seit 1967 führt das Institut für Handelsforschung (IfH) Betriebsvergleiche bzw. Benchmarkinguntersuchungen für Apotheker durch. Die Teilnahme an diesen Untersuchungen ist für die Apotheker kostenlos.
- Im Rahmen des Benchmarking haben die Apotheker die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern zu vergleichen. Hierzu steht ihnen neben einem Online-Auswertungstool der Unternehmenskompass zur Verfügung. Innerhalb der Auswertungen finden die Teilnehmer viele aussagekräftige Kennzahlen sowohl bezogen auf die Leistungs- als auch auf die Kostenseite.
- Die im Rahmen des Benchmarking ermittelten Kennzahlen ermöglichen dem Apotheker bzw. dessen Berater einen Einblick in die Position der eigenen Apotheke im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Apotheken.
- Das IfH führt in regelmäßigen Abständen weitergehende Analysen der gemeldeten Zahlen durch, um Erfolgskriterien der Apothekenführung aktuell sowie im Wandel der Zeit identifizieren zu können.
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Dr. Markus Preißner
m.preissner@ifhkoeln.de
0221-943607-41
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