FOFAD-direkt, 16. Dezember 2008 |
Köln, 16.12.2008 |
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Newsletter der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution (FOFAD) am
Institut für Handelsforschung (IfH) an der Universität zu Köln
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Pharmazeutischer Großhandel garantiert effektive und effiziente Arzneimittelversorgung
Der vollversorgende pharmazeutische Großhandel ist ein Garant für die qualitativ hochwertige und kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Kölner Institut für Handelsforschung (IfH) im Auftrag des Bundesverbandes des pharmazeutischen Großhandels - PHAGRO - e. V. erstellte Studie. Der Untersuchung zufolge können Apotheken eine flächendeckende und effiziente Arzneimittelversorgung nur im intensiven Zusammenspiel mit den ihnen vorgelagerten Wirtschaftsstufen sicherstellen. Die Studie des IfH belegt, dass der vollversorgende pharmazeutische Großhandel die Apotheken durch die Übernahme vielfältiger Funktionen bei der Erfüllung ihres Versorgungsauftrages maßgeblich unterstützt und zur Kostensenkung im Gesundheitswesen beiträgt. Zu Effizienzeinbußen kommt es hingegen, wenn Hersteller Apotheken ausschließlich direkt beliefern.
9,4 Hersteller je Großhandelsauftrag
Den rund 21.500 Apotheken in Deutschland obliegt die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Dabei hat der Gesetzgeber drei Ziele im Blick: die Arzneimittelsicherheit, also die Sicherstellung der Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Arzneimittel, die Versorgungssicherheit, also die flächendeckende Verfügbarkeit eines benötigten Arzneimittels und die Sicherstellung der Versorgungsqualität, also des angemessenen Umgangs und der richtigen Verwendung der Arzneimittel durch die Patienten. Um diese drei Ziele realisieren zu können, reicht es nicht aus, dass allein die Apotheken alles richtig machen. Im Gegenteil, sie hängen nennenswert von den Aktivitäten der vorgelagerten Wertschöpfungsstufen ab. Einen wesentlichen Beitrag leistet hierbei der vollversorgende pharmazeutische Großhandel, indem er das Arzneimittelangebot der Hersteller bündelt, vorhält und an jede einzelne Apotheke bedarfsgerecht und zu optimierten Kosten ausliefert. Im Durchschnitt bündelt eine vollversorgende pharmazeutische Großhandlung dabei je Auftrag die Sortimente von 9,4 unterschiedlichen Herstellern.
Effizienzeinbußen beim Direktgeschäft
Eine Abkehr vom bisherigen Arzneimittelversorgungssystem unter Ausschaltung des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels würde das abzuwickelnde Transaktionsaufkommen bei gleicher Leistung mehr als verneunfachen. Zudem würde sich der zeitliche Aufwand in der Apotheke bei der Bestellung und Anlieferung im Rahmen des Direktgeschäftes aufgrund unterschiedlicher Anlieferungsformate mit geringem Standardisierungsgrad signifikant erhöhen. Gleiches gilt für die Abwicklung der Arzneimittelrückrufe und die Entsorgung des Verpackungsmülls. Die Apotheken könnten den durch die Direktbelieferung hervorgerufenen Mehraufwand zwar durch eine niedrigere Bestellfrequenz begrenzen, doch würden die damit einhergehenden erhöhten Bestellvolumina zu einer Ausweitung der Apothekenlager führen. Der im Schnitt vorzuhaltende Lagerwert würde um ein Vielfaches ansteigen, das unternehmerische Risiko würde sich vom Großhandel auf die Apotheken verlagern.
Rosinenpickerei schwächt Gesamtsystem
Zur Distribution von Arzneimitteln über den pharmazeutischen Großhandel gibt es im Hinblick auf die Effektivität und Effizienz des Gesamtsystems keine Alternative. Gäbe es den vollversorgenden Großhandel nicht, müssten die von ihm übernommenen Aufgaben von anderen Akteuren erbracht werden. Aus Sicht einzelner Hersteller mag es ökonomisch sinnvoll sein, einzelne Produkte direkt in die Apotheke zu liefern. Für das Gesamtsystem der herstellerneutralen Arzneimittelversorgung ist die Direktbelieferung aber kontraproduktiv, da diese das System der Mischkalkulation als Grundlage des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels aus der Balance geraten lässt. Nach Ansicht von IfH-Geschäftsführer Dr. Andreas Kaapke ist es deshalb angezeigt, "den Großhandel nicht weniger, sondern verstärkt in die Arzneimittelversorgung einzubinden, denn verglichen mit anderen Geschäftsmodellen stellt der Vertrieb über den pharmazeutischen Großhandel bezogen auf das Gesamtsystem die beste und effizienteste Lösung dar."
Die Studie finden Sie zum kostenfreien Download unter:
http://www.ifhkoeln.de/pharmazeutischer_grosshandel_garantiert_effektive.php
Ihre Ansprechpartner zur Studie sind
Dr. Markus Preißner und
Dipl.-Kff. Sabrina Heckmann