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Nachhaltigkeitskommunikation des Handels: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Der CSR-Tracker des IFH Köln zeigt: Verbraucher vermuten sowohl hinter zertifizierten, als auch bei regionalen Produkten oftmals nachhaltige Produktion. Herstellern wird mehr Nachhaltigkeitsengagement zugeschrieben.

Köln, 02. August 2012 – Der deutsche Einzelhandel ist in Sachen Nachhaltigkeitskommunikation auf einem guten Weg. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der dritten Erhebung des CSR-Trackers (Corporate Social Responsibility) des Instituts für Handelsforschung in Köln. Dennoch: Knapp die Hälfte der befragten Verbraucher schreibt Herstellern eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit zu als Einzelhändlern. Lediglich 16 Prozent gaben ihr Votum für den Handel ab. „Viele Einzelhändler setzen verstärkt auf nachhaltiges Engagement und haben tolle Projekte auf den Weg gebracht -  jetzt gilt es nur noch, diese auch so zu kommunizieren, dass sie bei den Verbrauchern ankommen“, bewertet Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln, die Ergebnisse. Dabei macht der Handel auch schon vieles richtig: Fast jeder zweite Verbraucher (47 Prozent) verbindet die steigende Beachtung des Themas Nachhaltigkeit zumindest teilweise mit dem Handel. „Der Handel zählt eindeutig zu den Nachhaltigkeitstreibern in Deutschland – schöpft sein Potenzial diesbezüglich aber noch nicht aus“, so Willmann weiter. Die Auswertung nach Geschlecht zeigt, dass vor allem Frauen dem Handel Fortschrittlichkeit in Puncto Nachhaltigkeit zuschreiben.

Bio-Siegel und Regionalität gelten vielfach als Beleg für Nachhaltigkeit
Obwohl sowohl Bio-Siegel als auch Regionalität kein Garant für nachhaltige Produktion sind, gehen 80 Prozent der Konsumenten davon aus, dass zertifizierte Produkte unter nachhaltigen Gesichtspunkten hergestellt wurden. Auch regionale Produkte erreichen diesbezüglich hohe Zustimmungswerte von 73 Prozent. „Das Ergebnis zeigt, dass viele Konsumenten verwirrt sind. Was sich genau hinter Siegeln oder dem Stichwort Regionalität verbirgt, bleibt für die Mehrheit unklar“, so Bettina Willmann. „Je eindeutiger die Produktionsbedingungen von Händlern und Herstellern kommuniziert werden, desto eher besteht die Möglichkeit zur Wettbewerbsdifferenzierung. So lange hier keine detaillierte Aufklärung erfolgt, werden sich die Konsumenten bei ihrem Einkauf weiterhin an Grobkategorien wie Siegel oder Herkunft orientieren“, erklärt Willmann weiter.

Grundsätzlich ist die Akzeptanz regionaler Produkte unter den Konsumenten aber sehr hoch. Rund 72 Prozent gaben an, regionale Produkte zertifizierten Produkten aus dem Ausland vorzuziehen. Dabei achten Frauen und ältere Altersgruppen eher auf das Herkunftsland der Produkte. Neben dem Aspekt der Herstellungsbedingungen spielen bei regionalen Produkten auch Transportwege sowie die Unterstützung der heimischen Produzenten eine Rolle.

Nachhaltigkeit Einzelhandel

Hier finden Sie weitere Informationen zum CSR-Tracker.

Christina Fingerhut
Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0221-943607-92
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